„Zu teuer!“
- Johannes Sommer
- 25. Aug. 2025
- 1 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 26. Aug. 2025

Früher war Frachteinkauf einfach: der niedrigste Preis gewann. Heute ist er ein Balanceakt zwischen Kosten, Service und Nachhaltigkeit – wer ihn weiterhin nur als Preiswettbewerb sieht, wird zurückfallen.
Viele Jahre lang war es meine Aufgabe, Geschäfte mit großen Verladern zu entwickeln. Ein Satz, den ich unzählige Male gehört habe: „Dein Angebot ist zu teuer!“
Früher war dieser Satz das wichtigste Werkzeug der Einkäufer. Überkapazitäten und standardisierte Leistungen machten einen Anbieterwechsel leicht, und die härtesten Verhandler erzielten die größten Einsparungen. Auf die Spitze getrieben wurde dieses Denken mit Rückwärtsauktionen – „Best Price Undelivered“, wie wir Spediteure scherzhaft sagten.
Doch der Einkauf hat sich verändert. Natürlich bleiben Kosten wichtig, aber Service und Nachhaltigkeit sind inzwischen ebenso entscheidend.
Service
Transportkapazität ist längst nicht mehr selbstverständlich. Fahrermangel, EU-Regulierungen und veränderte Arbeitsmärkte führen dazu, dass Engpässe häufiger vorkommen. Deshalb sind starke, verlässliche Partnerschaften entscheidend – in guten wie in schlechten Zeiten.
Nachhaltigkeit
Vor rund zehn Jahren rückte die CO₂-Reduktion ins Blickfeld. Was zunächst als Imagepflege begann, ist heute ein harter Business-Faktor. Mit der Einführung von ETS2* spätestens 2027 und der bereits verpflichtenden CSRD-Berichterstattung** ist emissionsarmer Transport eine wirtschaftliche Notwendigkeit – kein grünes Zusatzargument mehr.
Fazit
Strategischer Frachteinkauf ist längst nicht mehr eindimensional. Das alte „Master & Servant“-Denken hat ausgedient. Erfolg bedeutet heute, Partnerschaften mit Transportunternehmen aufzubauen, die nicht nur wettbewerbsfähige Preise bieten, sondern auch Stabilität und nachhaltige Lösungen.
Was sind Deine Erfahrungen zu diesem Thema? Ich freue mich über Deinen Kommentar!


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